Yoga-Wege, Yoga-Stile

Aus den Ursprüngen des Yoga hat sich eine große Vielfalt von Yogastilen entwickelt. Kein Wunder, ist doch Yoga weltweit verbreitet, und auch die Ziele der Yogaübungen – von der inneren Ruhe bis zur verbesserten Fitness – sind höchst unterschiedlich.Die wichtigsten Yoga-Richtungen im Überblick.

Die 5 Yoga-Wege

Auszug aus dem Buch von Sabine Gerlach : Yoga. Ein Kompass im Alltag

Der Yoga umfasst verschiedene Wege, die der Mensch gehen kann, um zu Ruhe, Ausgeglichenheit und einer Einheit mit sich Selbst und der Schöpfung zu gelangen. Diese verschiedenen Yoga-Wege, die in der indischen Kultur ihren Ursprung haben und in den letzten Jahrzehnten auch immer mehr Beachtung in den westlichen Ländern finden, werden in diesem Buch vorgestellt.

Es sind die Wege des

Hatha - Yoga                         der Yoga des Körpers
Raja - Yoga                           der Yoga des Königsweges
Karma - Yoga                        der Yoga der Tat
Bhakti - Yoga                        der Yoga der Liebe und Hingabe
Jnana - Yoga                         der Yoga der Erkenntnis

Der über Indien hinaus bekannteste unter ihnen ist wohl der Hatha-Yoga. Dieser stellt den Körper ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Er beinhaltet ein detailliertes System von Körper- und Atemübungen, mit denen der Übende eine innere Ausrichtung und Ausgewogenheit erfahren kann und Körper und Geist gesund erhalten werden.

Der Raja Yoga gründet sich auf die zentralen Yoga-Sutras des Weisen Patanjali. Hier ist ein ausführlicher Yoga-Weg beschrieben, der die Schulung unseres Verhaltens und unseres Bewusstseins in acht Stufen unterteilt. Es sind Unterweisungen für ein ethisches Verhalten, für die Schulung von Geisteshaltungen und für die Erlangung einer Verbindung zum Göttlichen. Der Körper spielt hier nur eine untergeordnete Rolle.

Die anderen drei Wege des Yoga sind erfasst in der Bhagavadgita. Eine der zentralen religiösen Schriften Indiens. Hier unterweist Gott Krishna den Krieger Arjuna in der Kunst der Lebensführung und erläutert dabei drei mögliche Yoga-Wege.

Der Karma Yoga ist der Weg des rechtschaffenden Handelns. Er beschreibt die innere Haltung eines selbstlosen Handelns im Dienste der Gemeinschaft und in dem Annehmen seiner eigenen Bestimmung.

Der Bhakti Yoga ist der Weg der Liebe und Hingabe. Hier entsteht eine innere liebevolle Haltung, die in allem was lebt, den göttlichen Kern zu sehen und zu schätzen vermag. 

Der Jnana Yoga ist der Weg, der über die Erkenntnis führt. Eine Erkenntnis über die Zusammenhänge der sichtbaren und der unsichtbaren Welten. Er umfasst den Prozess der Selbsterkenntnis und der Entwicklung einer Unterscheidungsfähigkeit zwischen der Existenz der äußeren Welt, mit all ihren Erscheinungen und der inneren Welt des (göttlichen) Selbst.

Der Weg des Yoga, in welcher Form auch immer er beschritten wird, ist keine Religion. Es ist ein spiritueller und freigeistiger Weg, der den Menschen zu mehr Bewusstsein, Toleranz, innerem Frieden und Verständnis für sich selbst und seine Mitwelt führt. In seinem universellen Charakter kann dieser Weg in allen Kulturen und in allen Religionen ausgeübt werden.

Die geistigen Ursprünge des Yoga

Die Bhagavadgita: Die Wege des Yoga der Tat, der Liebe und der Erkenntnis

Die Bhagavadgita bedeutet „Lied des Geistes“ oder auch „Göttlicher Gesang“. Die Gita ist eine der zentralen Schriften Indiens, die zwischen dem 4. Jh. v. Chr. bis 2. Jh. n. Chr. entstand. Dieses in Versen geschriebene Werk ist ein Gleichnis, das den inneren und äußeren Konflikt des Menschen zwischen seinem materialistisch verhafteten Bewusstsein und seinem göttlichen Seinszustand beschreibt.

Das Gleichnis beschreibt den psychologischen Kampf auf dem geistigen Schlachtfeld von Körper und Geist. So werden in der Gita die psychologischen Neigungen und die Fähigkeiten des Menschen mit einem symbolischen Sanskrit-Namen der handelnden Personen dargestellt. Der Kampf findet zwischen zwei rivalisierenden Familiensträngen statt. Die beiden Hauptkräfte, die miteinander im Widerstreit liegen, werden durch die Familienstränge der Pandus, symbolisch stehend für die reine Intelligenz, und der Kursus, symbolisch stehend für die sinnverhafteten Neigungen, veranschaulicht.

Am Vorabend der Schlacht erscheint Gott Krishna dem Krieger Arjuna. Arjuna steht auf der Seite der Pandus und verkörpert die aufstrebende Seele des Menschen. Sri Krishna ist die herabgekommene göttliche Seele, die ihm zur Seite steht und ihm den Weg zur Befreiung weist. Die Gita ist ein Zwiegespräch zwischen den beiden über die rechte Haltung und Lebensführung des Yoga. Ein Gespräch darüber, wie der Mensch, dessen göttlicher Geist in einen menschlichen Körper, also in die Materie hinab gestiegen ist, nun wieder aus seiner begrenzten Welt und aus seinem begrenzten Ego-Bewusstsein zum wahren, unsterblichen Bewusstsein aufsteigen kann.

Der Geist, das heißt das wahre Selbst, kämpft dabei gegen die Verlockungen und Anhaftungen der Materie an. Er ringt damit, sich mit dem falschen Ego-Bewusstsein zu identifizieren, aus dem er sich wieder lösen muss. Dieser Weg zur Befreiung des Selbst wird in drei Hauptwegen des Yoga beschrieben, die Sri Krishna Arjuna aufzeigt: der Weg der Tat (Karma yoga), der Liebe (Bhakti yoga) und der Erkenntnis (Jnana yoga).

 

Die heutigen Yoga-Stile

Hatha-Yoga
„Hatha“= Kraft, Ausdauer, Energie. Hatha­Yoga ist ein Oberbegriff für körperbezogenes Yoga, d. h. für yogische Körper­, Atem­ und Entspannungsübungen. Hatha­Yoga ist die im Westen am häufigsten praktizierte Form, und wenn allgemein von „Yoga“ gesprochen wird, ist meist Hatha­Yoga gemeint. Viele Lehrerinnen und Lehrer, die ihre Anregungen aus unterschiedlichen Yoga Traditionen beziehen, bezeichnen ihre Kurse als Hatha­Yoga.

Hormonyoga
Das von der Brasilianerin Dinah Rodrigues entwickelte „Hormonyoga“ soll Frauen einen Weg der Selbsthilfe aufzeigen, um mit speziellen Yoga­ und Atemübungen sowie Meditation den Hormonspiegel auf natürliche Weise auszugleichen. Mit den dynamischen Übungen können gezielt Eierstöcke, Schilddrüse und Nebennieren stimuliert werden. Kombiniert werden dabei Hatha­ Yoga, Kundalini­Yoga und tibetische Energieübungen.

Integraler Yoga
Diese von Swami Satchidananda, Schüler von Swami Sivananda, entwickelte Form des Yoga vereint Körperhaltungen, Tiefenentspannung, Atemübungen und Meditation sowie positives Denken. Dies ist ein in der indischen Tradition verwurzelter, eher geistiger Weg, in dem mehr Wert auf eine ruhige, meditative Stimmung, als auf Exaktheit und Genauigkeit in den Asanas (Körperhaltungen) gelegt wird.

Iyengar-Yoga
Der Inder B. K. S. Iyengar (Jahrgang 1918) begründete diesen kraft­ vollen Yogastil. Seine langjährige Beschäftigung mit Ausführung und Wirkung von Körperhaltungen (Asanas) und Atemübung­ gen (Pranayama) führte zu einer weltweiten Verbreitung dieses Stils. Iyengar­Yoga erlaubt auch im Gruppenunterricht ein individuelles Eingehen auf die Bedürfnisse der Übenden. Typisch ist die Verwendung von Hilfsmitteln wie z. B. Gurte, Klötze etc. Genaue Beobachtung, Anweisung, Korrektur und ein didaktisch gut durchdachter Unterrichtsstil bringen Übende in exakte Positionen.

Jivamukti-Yoga
Wurde von der Tänzerin Sharon Gannon und dem Künstler David Life in den 80er Jahren in New York entwickelt. Jivamukti heißt übersetzt so viel wie „die Befreiung der Seele“ und ist eine moderne Form des Hatha­Yoga. Ineinander fließende tänzerische Ko?rperübungen wechseln mit Gesängen und spezieller Atemtechnik. Ziel ist es, mentale Stärke und Ausgeglichenheit zu entwickeln.

Karma-Yoga
Sanskrit „Karma“ = machen, tun. Karma Yoga wird oft auch als „Yoga des selbstlosen Dienstes“ verstanden, denn jede Handlung, hat einen Effekt auf das Umfeld, auf Personen, Lebewesen usw. Karma Yoga lehrt neutral und bewusst zu handeln und nicht nach eigenen Vorlieben oder Abneigungen. Es lehrt sozusagen, das Ego zu neutralisieren.

Kriya-Yoga
Eine sehr alte indische Übungsmethode, bestehend aus speziellen Körper und Atemübungen, Reinigungstechniken, Meditation mit Schwerpunkt auf Geistesschulung. Bekanntester Vertreter war der Inder Paramahansa Yogananda (1893–1952). Yoga Guide 7

AcroYoga®
AcroYoga wurde 2003 von Jason Nemer und Jenny Sauer-Klein in Kalifornien begründet. Verbunden werden Yoga, Nuad (Thai­Yoga­Körperarbeit) und Akrobatik. Gemeinsam bilden diese drei traditionellen Linien die Wurzeln von AcroYoga, die Vertrauen, Verbundenheit und Verspieltheit fördern. Ziel dieser Yoga­richtung ist, Individuen in einen Zustand der Einheit mit sich selbst, mit anderen und mit dem Göttlichen zu bringen.

Anusara-Yoga
Anusara­Yoga ist eine vom Amerikaner John Friend 1997 begründete Form des Hatha­Yoga. Anusara lehrt Genauigkeit bei der Ausführung der Asanas. Ziel ist eine freudige, dem Herzen folgt die Yogapraxis, um „im Einklang mit dem Körper die innere Schönheit zu erleben“. Die Stellungen werden „herz­ orientiert“ ausgeführt und finden ihren Ausdruck von „innen nach außen“.

Aerial Yoga
Aerial Yoga (= Yoga im Tuch) ist eine neue Form des Yoga mit dem Ziel Deinen Körper auf eine neue Art kennen zu lernen, Mut zu entwickeln und vollkommen zur Ruhe zu finden. Das Aerial Tuch wird immer so eingesetzt, dass es Dich optimal unterstützt und trägt. Neben dem Spaßfaktor schwerelos ganz neue Gefühle wahrzunehmen, dient das Tuch zusätzlich als effektives Faszien-Training. Es fördert die Dehnung, Kräftigung, Balance und Koordination. Aerial bietet die Möglichkeit, bekannte Haltungen aus dem Yoga auf andere Weise zu üben und ganz neue Haltungen kennenzulernen. Im Aerial Tuch eingebettet wie in einem schützenden Kokon ist eine tiefere Form der Entspannung möglich.

 

 

Ashtanga-(Vinyasa)-Yoga
Der Inder Sri Krishna Pattabhi Jois (1915–2009) entwickelte eine sehr kraftvolle und dynamische Form des Hatha­Yoga. Es werden vorgegebene, sehr fordernde dynamische Reihen geübt, die einzelnen Asanas oft durch Sprünge miteinander verbunden und mit der sog. Ujjayi-Atmung (Kehl­kopfritzenatmung) verknüpft. Diese Atmung erzeugt innere Hitze, wirkt schweißtreibend und entgiftet so den Körper.

Bikram-Yoga®
Bikram Yoga wird bei 40­41 Grad (105°F) und 40 % Luftfeuchtigkeit praktiziert. Es besteht aus einer Abfolge von 26 Hatha­ Yogaübungen (Asanas) und 2 Atemübungen (Pranayama). Der indische Yogameister Bikram Choudhury stellte diese 26 Übungen aus mehr als 800 Asanas zusammen. Es ist ein sportliches und forderndes Yoga und soll die physische Körperkraft, Flexibilität und Balance verbessern und durch Schwitzen den Körper entgiften.

Budokon®-Yoga
Budokon kommt aus dem Japanischen, Bu (Krieger), Do (Weg), Kon (Seele). Budokon® Yoga wurde von Cameron Shayne begründet und ist eine Mischung aus fließenden Yoga­ Asanas mit Elementen aus Hatha­ & Ashtanga Yoga, Rotationen, Meditation und Bewegungsabläufen aus traditionellen Kampfkunststilen. Dabei geht es sowohl um Schnelligkeit, Agilität, Koordination, Körperkontrolle, als auch um Kraft sowie innere und äußere Balance.

Forrest-Yoga®
Forrest­Yoga wurde von der Amerikanerin Ana Forrest begründet und basiert auf traditionellem Hatha­Yoga, den sie weiter­ entwickelte. Die Eckpfeiler dieses Yogastils sind: Atem, Starke, Integrität und „Spirit.“ Genutzt werden Hitze, Tiefenatmung und fordernde, dynamische Körperübungen. Gift­ und Schadstoffe werden so aus­ geschwitzt, Zelldurchblutung, Sauerstoffversorgung und damit auch die Regeneration verbessert.

Kundalini-Yoga
Im Kundalini­Yoga nach der Lehre des Yogi Bhajan (1929–2004) geht es um Anregung und Verstärkung jener Energie, die als im Becken bzw. am unteren Ende der Wirbelsäule (Kundalini) ruhend angesehen wird. Dies wird durch intensive Körper und Atemübungen, Kriyas (reinigende Übungen) und Meditation erreicht.

Luna-Yoga®
Ein junger, im Westen entstandener Stil, in dem Yoga Übungsreihen speziell auf die individuellen Bedürfnisse von Frauen abgestimmt sind. Aviva Steiner, eine ehemalige Tänzerin, entdeckte 1971, dass bestimmte Bewegungen den Menstruationszyklus beeinflussen. Adelheid Ohlig, Yogalehrerin und Journalistin, erweiterte die Methode und baute sie um 1982/83 zum Luna­Yoga aus.

Mischformen
Viele Yogalehrende verbinden verschiedene Yogastile. Daraus ergeben sich unterschiedliche Schwerpunkte, die mehr oder weniger auf indischen Weltanschauungen beruhen oder sich gar nicht mehr daran orientieren.

Power-Yoga
Power­Yoga wurde vom Amerikaner Bryan Kest begründet und ist ein kraftvoller, intensiver durch längeres Halten der Yogapositionen geprägter Yogastil. Es werden einfache Positionen mit Fokus auf Aufbau von Koordination, Atmung und Bewegung, Kraft und Balance geübt.

Prana Flow®
Prana Flow ist eine energetische Weiterentwicklung des Vinyasa­Flow­Yoga durch die amerikanische Yoga Lehrerin Shiva Rea. Eine Yogaeinheit ist in mehrere Teilsequenzen eingeteilt. Ziel ist durch fließende, dynamische Bewegungen das innere Feuer (agni) zu stärken, sich immer tiefer zu öffnen und sich bei grooviger Musik mit dem eigenen Körper auszudrücken.

Sampoorna Yoga

Satyananda Yoga®
Diese von Paramahamsa Satyananda Saraswati (1923–2009) entwickelte Yogarichtung, auch als Bihar Yoga® bekannt, ist ein integrales und wissenschaftlich orientiertes System, das Menschen auf dem Weg der Selbstfindung methodisch und holistisch unterstützt. Er vereint in sich die Weisheit dreier alter Traditionen – Vedanta, Tantra und Yoga – und basiert auf der Synthese von Techniken der traditionellen Yoga­Zweige. Satyananda Yoga NidraTM ist eine der wichtigsten Techniken des Satyananda Yoga®.

Shadow-Yoga
Gegründet von Zhander (Shandor) Remete betont Shadow­Yoga viele Hocke Variationen, wie man sie selten in anderen Yoga Traditionen findet. Dadurch wird die Kraft der Beine gestärkt. Bewegungen, die die Sensitivität der Hände und Arme fördern, sind ebenso wichtiger Übungsbestandteil. Alte Hatha­Yoga­Texte beschreiben, dass der Körper aus fünf verschiedenen Schichten (den „Schatten“) besteht. Durch regelmäßige Yogapraxis sollen diese Schatten aufgelöst und das wahre Selbst erkannt werden.

Sivananda-Yoga
Die heutigen Sivananda­Yoga­Vedanta­Zentren wurden von Swami Vishnudevananda (1927–1993) gegründet, ein Lehrer des Hatha­ und Raja­Yoga und enger Schüler des Yogameisters und Arztes Swami Sivananda (1887–1963). Gelehrt werden weltweit seit ca. 50 Jahren: Asanas (Körperstellungen), Atemübungen, Tiefenentspannung, Ernährung, positives Denken und Meditation.

Therapeutisches Yoga | Yogatherapie
Im Therapeutischen Yoga werden klassische Yoga Techniken (meist in Einzeltherapie) bei konkreten Beschwerden eingesetzt und mit anderen Verfahren kombiniert. Ausgewählte Atem­, Bewegungs­, Entspannungs­ und Meditationsübungen werden den individuellen Bedürfnissen der Personen angepasst. Ziel der therapeutischen Yogapraxis ist es, bei Schmerzen oder körperlichen Einschränkungen gezielt zu helfen, um eine bestimmte Symptomatik zu verbessern und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren.

TriYoga®
TriYoga wurde von der Amerikanerin Kali Ray begründet. Asanas (Positionen), Pranayama (Atmung) und Mudras (Fingerstellungen) werden zu fließenden Sequenzen („Flows“) zur Erweckung der Lebensenergie „Prana“ verbunden. Der Begriff TriYoga steht für das Streben nach der Drei­ Einheit von Körper, Geist und Seele.

Vinyasa-Flow-Yoga
Sanskrit: vinyasa = Bewegung, Stellung, Verbinden
Vinyasa­Flow­Yoga ist ein dynamischer Yogastil, bei dem Körperhaltungen (Asanas) fließend mit bewusster Wahrnehmung des Atems (Ujjayi Atmung) verbunden werden. Der Vinyasa­Flow (meist eine mehrmals wieder­ holte Abfolge aus drei Asansas ­ Brett, Chaturanga und nach oben schauender Hund) erzeugt innere Hitze, die die Muskeln geschmeidig werden lässt und das Nervensystem reinigt, während die Körperzellen reichlich Sauerstoff und Energie erhalten.

Yin-Yoga
Yin­Yoga ist ein ruhiger Yogastil und das Gegenstück zum Yang orientierten aktiven Ashtanga­Yoga. Die Yoga Positionen (Asanas) werden länger gehalten. Es geht um gezieltes Dehnen vor allem im unteren Rücken und im Beckenbereich. Bekannte Yin­Yoga­Lehrende sind Sarah Power und Paul & Suzee Grilley.

Yoga im täglichen Leben®
Yoga im täglichen Leben wurde von Paramhans Swami Maheshwarananda entwickelt und bietet ein abgestimmtes acht­ stufiges System, das seit Jahrzehnten weltweit gelehrt und geübt wird. Asanas (Körperhaltungen), Pranayamas (Atemtechniken) und Meditation sind methodisch angeordnet und bieten eine optimale Wirkung für Körper, Geist und Seele. Besonderes Augenmerk liegt auf der Koordination von Atem und Bewegung. Yoga Philosophie, Wissen um Chakras und Mantras, Yoga Nidra (Tiefenentspannung), Kriyas sowie Spezialkurse gegen Rückenschmerzen, für Gelenke, bei Diabetes, Antistress und vegetarische Kochkurse sind Teile dieses Yogastils.

Yoga in der Tradition
T. Krishnamacharya/Viniyoga Der Inder Tirumala Krishnamacharya (1888–1989) war Lehrer vieler Yogalehrenden, die heute im Westen bekannt sind (B. K. S. Iyengar, Sri K. Pattabhi Jois u.v.m.). Sein Sohn T. K. V. Desikachar setzt die Tradition fort. Atmung und Bewegung werden bei diesem Yogastil präzise koordiniert, in fließenden Abläufen (dynamisches Üben) und ruhigen Haltungen (statisches Üben), je nach Situation und Sinn der Praxis. Philosophie, Reflexion, Meditation haben ihren Platz. Die individuelle Anpassung der Praxis an die Bedürfnisse der Yogaübungen sind ein besonderes Merkmal dieser Art zu üben. Dementsprechend wird der Einzelunterricht sehr hoch geschätzt.